Als ich vorhin auf meine Straßenbahn wartete, stoch mir ein Plakat ins Auge. Und das tat weit mehr weh, als es im Moment klingt. Ein Supermarkt – um nicht zu sagen: der Supermarkt, bei dem ich vor meinem Wechsel zu einer anderen Supermarktkette einzukaufen pflegte – wird ab demnächst andere Öffnungszeiten haben. Montag 7:00 bis Samstag 20:00. Jetzt kann man natürlich sagen “Ja, und? Macht doch fast jeder…” Stimmt auffallend, nur: Diese Zeiten verstehen sich pausenlos.

Ich habe mir einen Taschenrechner besorgt, um auszurechnen, wie viele Stunden das durchgehend sind – und ich kann euch sagen, diese Zahl ist zu groß, um sie hier hin zu schreiben.

Aber man sehe das Ganze auch mal positiv: Es werden nicht nur viele Arbeitsplätze geschaffen, denn einen solchen Laden von 12 auf 24 Stunden umzustellen funktioniert nicht ohne die Anstellung neuer Mitarbeiter – zumindest, wenn man auch nur ein bisschen Moral hat, nein, es ergeben sich auch Szenen wie diese:

Ein Mann mit einer Whiskyflasche. Es ist drei Uhr nachts und er steht an der Kasse. Mit ihm im Großraumladen befindet sich nur eine einzige Kassiererin, die angesichts der letzten 5 Stunden ohne Kunden eingeschlafen ist und auf dem Boden liegt. Und der arme alte Mann an der Kasse muss warten…
Ich stell mir das gar nicht so schlimm vor.  Man geht vorbei, schnappt sich einen Stuhl und hält ein kleines Pläuschchen mit den Angestellten – Zeit haben sie um drei Uhr nachts ja -, während man genüsslich große Teile der Gummibärchen- und Chipsvorräte verzehrt. Mjami.