“Herzlichen Glückwunsch” dachte ich dann heute Morgen gestern Nachmittag um 16:55, als es an meiner Tür klopfte und ich derart aus dem Schlaf geschleudert wurde. Gut, ganz ernst genommen hab ich das Klopfen nicht, aber man ist ja nicht so…

Ich also, mit halb verschlossenen Augen, an die Tür. Die Klopfenden waren inzwischen verschwunden, bemerkten aber, dass sich an meiner Tür etwas tat – und waren innerhalb weniger Sekunden (die mit “Hallo, warten Sie!” überbrückt wurden) wieder in Sichtweite.
Ob ich an Spiegel-Focus-Stern interessiert sei. Wumm, hatte der meine Faust im Gesicht… Nicht… Leider.
Der gute Herr hatte mich schonmal verarscht. Meinte, mir ein “Probeabo” einer Zeitschrift meiner Wahl andrehen zu können, die in den ersten 2 Monaten kostenlos sei – und vor allem bis dahin problemlos kündbar… Ist nicht so. 13 Tage später nochmal das Handzettelchen gelesen, das die mir da gegeben haben. Ich muss irgendwie betrunken gewesen sein: “Ja, ich möchte eine Zeitschrift meiner Wahl 2 Monate kostenlos und 12 weitere Monate gegen Rechnung beziehen”. Wollte ich gar nicht! Also ne Mail geschrieben und widerrufen. Nebenbei noch herausgefunden, dass die die Zeitung, an der ich interessiert war (c’t), gar nicht führen. Joa, schön. Seitdem keine Bestätigung meines Widerrufs, noch ein Dementi, noch die Zeitschrift bekommen. Reicht mir aus.
Wer hatte die Idioten eigentlich ins Wohnheim gelassen? Und seit wann ist Hausieren gehen wieder legal?

Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Wenn man 17 Uhr aufsteht, ist das nicht so dicke mit nachts schlafen. Macht sich jetzt nicht so pralle, angesichts der Tatsache, dass ich heute eine Klausur schreiben will. Nach 3 Stunden Schlafversuch hab ich’s dann aufgegeben. Logische Konsequenz: Ich sitze in Bett, sehe seit 4 Wochen das erste Mal wieder fern und esse Instant-Nudeln. Echt spannend.

Was so die letzten Wochen passiert ist:

Wir haben in sämtlichen Lehrveranstaltungen die so genannte “Evaluation” durchgeführt. Unter anderem in Schlüsselkompetenzen, kurz SchlüKo. Der Dozent, zufällig Dekan unserer Fakultät, weist sich dadurch aus, extrem sachlich zu sein und für seine Argumentationen ob der Wichtigkeit bestimmter Sachverhalte gerne Zitate berühmter Personen anzuführen, was in meinen Augen recht propagandistisch ist. Ich meine, klar, er ist nicht schlecht, im Gegenteil, aber man kann Dinge durchaus auch differenzierter betrachten. Ich das also auch so in den Evaluierungsbogen geschrieben: “Propaganda at its best” – was an sich schon wieder selbstherrlich gewirkt haben muss, angesichts der Tatsache, dass er selbst Engländer ist.
Zwei Wochen später zeigt er uns, wie toll wir ihn bewertet haben: An allen wichtigen Punkten mindestens 2,0. Nun gibt es auf der Rückseite dieser Bögen auch Platz für Kommentare, was war gut, was nicht, etc. Auf seine Frage, was wohl am öftesten in das Feld “Weniger gut fand ich…” geschrieben wurde, sprach ich mich kurz mit René und Andreas ab und rief dann aus der letzten Reihe: “Propaganda?”
Reaktion: “Nein, das haben nur zwei geschrieben, die auch direkt nebeneinander saßen, aber ich weiß ja nicht, wofür ich Propaganda machen sollte. Wäre also froh, wenn mir das einer der Beteiligten sagen würde.” Und, wer hat sich als einer der beiden (von 250 Studenten) geoutet? Markus. Toll, oder?

Bei den Übungsleitern, die mir zugesagt haben, habe ich mich auch informiert, was die so für Lehrveranstaltungen im nächsten Semester geben. Bei einem meiner Lieblingsübungsleiter (irgendwie sind sie, bis auf einem, alle meine Lieblingsübungsleiter) ebenso, der daraufhin fragte, warum wir (René et moi) das wissen wollten. Wir mochten ihn als Übungsleiter, meinten wir. Seine Reaktion: “Ich euch aber nicht als Studenten.”
Das hat mich ganz schön umgehauen. Klar, ich bin nicht gerade das, was man sympathisch nennt, aber sowas von nem Übungsleiter?!

Die ersten Prüfungen hab ich jetzt auch schon hinter mir. Hab ein recht gutes Gefühl. Die Prüfung heute sollte auch nicht allzu schwer werden. Nur eben doof, dass der Schlaf sich nicht einstellen will, obwohl sich meine Augen ziemlich träge anfühlen. Das riecht nach ausgiebig duschen heute früh.

Ich halte euch auf dem Laufenden. Wenn nicht morgen, dann mindestens innerhalb eines Jahres.