Ich habe heute Nacht mal drüber nachgedacht, wie in Zukunft die Geschichtsforschung aussehen wird.
Der Freundeskreis “Edlef Köppen”, der sich jede Woche in der Genthiner Bibliothek trifft, leitet die meisten seiner Informationen über den wohl größten deutschen Genthiner Schriftsteller aus Briefwechseln mit der Familie während des ersten Weltkriegs sowie Tagebucheinträgen ab und schließen nur selten Begebenheiten aus nichtbiographischen Veröffentlichungen und eben Nichtveröffentlichungen.
Wie sieht das Ganze denn heute aus? Statt Briefen hagelt es heute E-Mails, die meisten davon werden wohl auf lange Zeit gelöscht werden – wenn man nicht gerade bei Google ist – und Tagebucheinträge sind heute durch die Veröffentlichung im Web durch Selbstdarstellung nur so beschmiert. Wer nicht gerade in einer depressiven Phase steckt, wird wohl wenig von dem Preis geben, was einen innerlich bewegt – und selbst da sind Darstellungen gerne einmal leicht zugespitzt.
Nehmen wir als Beispiel einmal dieses Blog hier: Wer würde denn von diesem Geschreibsel hier vermuten, dass sich dahinter das wohl größte Genie nach Gauß versteckt, das seinen Intellekt vor anderen versteckt hält?

Seht ihr: Ich auch nicht.