Mein letztes Mal … mit der biber-post. Ein offener Briefwechsel.
- 10.12.2010 16:21
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Kurzfassung:
Der Zusteller der “biber post” baut in meinem Haus nur Scheiße. Öfters finde ich stapelweise Briefe, die nicht zugestellt wurden.
Manche davon werden von Mietern dort hin gelegt worden sein (in der Hoffnung, dass sich jemand darum kümmert), weil der eigentliche Empfänger verzogen ist. Dass dann allerdings 90% der dort liegenden Briefe von derselben Zustellerfirma sind, deutet darauf hin, dass etwas mit dieser Firma nicht stimmt. Ich vermute Faulheit.
Im Oktober fand ich einen Stapel von 200 nicht zugestellten Briefen, stellte sie zu (damit keiner sich an den Briefen vergreifen kann) und schickte eine Mail an die Firma. Keine Antwort.
Am Montag waren es nur 36 Briefe, aber einer davon war ein Einschreiben mit Rückschein, der offensichtlich als zugestellt zurückgeschickt wurde, obwohl er nicht zugestellt wurde. Das geht gar nicht.
Dieses Mal brachte ich die Briefe zusammen mit einem eigenen Brief direkt zur Geschäftszentrale, damit ich eine Antwort bekomme. Hier der daraus resultierende Briefwechsel.
Mein Brief vom 06.12.2010, persönlich zugestellt am 08.12.2010:
Wiederholte, massive Nichtzustellung; Deponierung in offenem Briefkasten
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne in einem Wohnheim der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, in dem es etwa 250 Haushalte gibt.
Am 1. Oktober 2010 erhielten Herr Michael Wilke und Frau Ingrid Preuß jeweils eine E-Mail von mir, in der ich sie informierte, dass der für meine Adresse zuständige Zusteller etwa 200 Briefe in einem offenen Briefkasten für alte Werbung abgelegt hat. Einige Briefe enthielten von außen sichtbar sensible Daten wie Kontoauszüge der Sparkasse oder Krankenkassenkarten.
Ich wies darauf hin, dass ich diese 200 Briefe in meiner Freizeit zustellte und eine Entschädigungszahlung erwartete, weshalb ich auch meine Kontonummer angab. Weiterhin bat ich darum, dass der Vorfall aufgeklärt würde und fortan bitte nicht mehr passiere – allein schon, weil ein solches Verhalten des Zustellers ein grober Verstoß gegen das Postgeheimnis darstellt.Als Reaktion erhielt ich weder von Herrn Wilke noch von Frau Preuß eine Antwort.
Zwei Tage später fand ich erneut 22 Briefe der „biber post“ in besagtem offenen Briefkasten. Zum Vergleich: Nur 2 Briefe anderer Zusteller lagen an diesem Tag in diesem Briefkasten, offensichtlich Fehlzustellungen und deshalb dort von Mietern abgelegt – dass gleichzeitig 22 Briefe der „biber post“ zurückgelegt wurden, ist unwahrscheinlich.
Ich konnte diese Briefe jedoch aus Zeitmangel nicht zustellen, weshalb ich wiederum eine Mail an Herrn Wilke und Frau Preuß schickte, in der Hoffnung, dass sie jemanden schicken würden, der die Briefe dort entnimmt und korrekt zustellt – ob etwas unternommen wurde oder sich evtl. ein anderer Mieter fand, der die Briefe zustellte, vermag ich nicht zu sagen.
Weiterhin schlug ich vor, dass sich die „biber post“ in einem Brief bei allen Absendern und Empfängern von Briefen aus diesem Zeitraum entschuldigt.Auf eine Antwort von Herrn Wilke oder Frau Preuß warte ich noch heute.
In den darauf folgenden zwei Monaten fielen mir keine weiteren Vorfälle dieses Ausmaßes auf – was allerdings auch daran liegen kann, dass der Briefkasten für gewöhnlich zugeklappt (jedoch nicht abgeschlossen) ist und so nicht auffällt, wenn sich dort Briefe befinden, während ich auch nicht gesondert darauf geachtet habe.
Am heutigen 6. Dezember stand besagter Briefkasten offen und ich fand wieder einen Stapel von 36 Briefen der „biber post“. Neben 4 Briefen einer renommierten Stiftung für Studienförderung auch 4 Briefe einer bekannten Magdeburger Bank (einer davon war geöffnet), 3 Briefe von Magdeburger Ärzten sowie 6 Briefe der Stadt Magdeburg bzw. ihrer Universität. Der älteste der gefundenen Briefe trägt einen „biber post“-Stempel vom 17.02.2009, der Jüngste einen Stempel vom 02.12.2010. Das Gros der Briefe stammt aus den Monaten Juli bis November dieses Jahres.Besonders prekär: Einer der Briefe trägt einen Aufkleber „Einwurfeinschreiben“, hat auf der Rückseite sichtbare Reste eines Rückscheins und trägt das Datum 18.10.2010. Offensichtlich wurde der Rückschein an den Absender zurückgesandt – ob als zugestellt oder unzustellbar kann ich nur spekulieren, doch zugestellt wurde er ganz sicher nicht: Es fehlte die Zimmernummer des Empfängers.
Sollte ein solcher Brief mit mutmaßlich sensiblen Daten in einem offenen Postkasten deponiert werden?Ich überreiche Ihnen heute zusammen mit diesem Brief sämtliche Briefe, die ich heute aus diesem offenen Briefkasten entnommen habe, ungeöffnet zurück. Es ist durchaus möglich, dass sich darunter auch Briefe finden, die tatsächlich bereits einmal zugestellt wurden, jedoch dürften sich diese in der Minderheit befinden.
Bitte verstehen Sie, dass ich zu meiner Sicherheit eine Empfangsbestätigung für die Briefe von Ihnen verlangen muss.Ich hoffe, dass aus diesem Vorfall Konsequenzen gezogen werden – bisher wurden meine Hoffnungen an Sie allerdings enttäuscht.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Köppen
PS: Damit sich potentielle Kunden umfassend und kritisch über die Qualität Ihrer Dienstleistungen informieren können, werde ich diesen Brief 48 Stunden nach der Abgabe veröffentlichen. Falls Sie eine Gegendarstellung abgeben möchten, senden Sie mir diese bitte per E-Mail. Ich werde sie an gleicher Stelle abbilden.
Antwort vom 10.12.2010, per Mail:
Ihr Schreiben vom 06.12.2010
Sehr geehrter Herr Köppen,
Ihr Schreiben vom 06.12.2010 haben wir erhalten und möchten Ihnen abschließend eine Information geben.
Wir gehen jeder Reklamation nach und prüfen den Sachverhalt.
So haben wir auch den von Ihnen geschilderten Ablauf geprüft.
Bei der Zustellung an die Wohnheime, insbesondere durch die Beschriftung der Briefkästen mit den Nummern der Wohnungen
und durch wechselnde Bewohner sind Rückläufer nicht selten und dem Zusteller ist dies bekannt.
Für die Rückführung dieser Sendungen gibt es interne Prozesse, deren Einhaltung wir ständig überprüfen.Wie Sie in den Besitz der Sendungen gekommen sind, entzieht sich unserer Kenntnis.
Es gibt auch keinen Auftrag an Sie, die Sendungen zuzustellen oder einzubehalten.Bei Rückfragen stehe ich Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung, vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Jahn
Qualitätsmanagement
Marketing Service Magdeburg GmbH
Bahnhofstraße 17, 39104 Magdeburg
Tel.: 0391/5999-341
Fax: 0391/5999-285
E-Mail: [aus Sicherheitsgründen zensiert]
Amtsgericht Stendal HRB 109642
Geschäftsführer: Marco Fehrecke, Tobias Schniggenfittig
Meine Antwort vom 10.12.2010, Mail (nachträgliche Korrektur durch Streichung gekennzeichnet):
Sehr geehrte Frau Jahn,
danke für Ihre schnelle Antwort.
EsIch frage mich zwar noch immer,a) wie es nach Ihrer Erklärung dazu kommen konnte, dass ein unvollständig (ohne Zimmernummer) adressiertes Einschreiben mit Rückschein den Rückweg in diesen offenen Briefkasten gefunden hat, wo dieser doch, wenn überhaupt, nur durch den Vergleich des Namens auf dem Brief mit allen Briefkastenbeschriftungen zugestellt
werkenwerden könnte,b) wieso bei solchen Vorfällen 90% der in diesem Briefkasten liegenden Sendungen von der “biber post” sind,
c) wie es bei Rückläufern dazu kommen kann, dass, wie am 1. Oktober geschehen, von einem Tag auf den nächsten 200 davon erscheinen, sodass Mieter anfangen, panisch darin zu suchen, um mögliche an sie adressierte Briefe zu finden, während es ansonsten durchschnittlich vielleicht 2 pro Tag sind,
glaube jedoch, dass das für immer ein Mysterium bleiben wird, eine Aneinanderreihung von Zufällen, ein bedauerliches Missverständnis.
Der Grund, warum ich die gefundenen Briefe zugestellt bzw. im letzten Fall an Sie zurückgebracht habe, ist, dass ich selbst nicht wollen würde, dass Briefe an mich offen herumliegen und von jedermann mitgenommen und geöffnet werden können, insbesondere, wenn es sich dabei um Kontoauszüge meiner Bank oder meine Krankenkassenkarte handelt.
Ich hoffe, dass Sie dafür Verständnis aufbringen können.Ich werde Sie bei einem erneuten Auftreten solcher Vorfälle nicht wieder belästigen, sondern Mieter befragen und direkt der Polizei berichten – selbst, wenn es dazu von Ihnen “keinen Auftrag” an mich gibt.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Köppen
Update (11.12.2010 00:45): Behebung eines Wortfehlers, Hinzufügen einer einleitenden Kurzfassung.
Update (14.03.2011 03:05): Behebung eines weiteren Wortfehlers.
Wenn ich mir die Prpbleme ansehe, sind meine Probleme mit der Zustellerin in meinem Ort ja minimal. Aber hier dürfte wohl einzig und allein der VErdienst der Grund sein, dass die Boiberpost überhaupt existiert. BEi mir wurden mehrfach Briefe innerhalb des Ortes falsch eingeworfen, obwohl auf meinem Briefkasten, sogar lesbar für Shebehinderte, ganz groß mein Name steht. Und wenn die ZUstellerin dann das Grundstück verlässt, ist grundsätzlich das Gartentor offen und ich mnuss, wenn ich morgens meinen Hund kurz aus der Haustür lasse, damit er schnell sein “Geschäft” erledigt, diesem hinterher rennen. Reklamationen beim Magdeburger VErlagshaus sind zwecklos, weil man sich dort zwar die Beschwerden anhört, aber anstellen kann oder will man nicht, denn für einen Hungerlohn bekommt man keine Leute die gewissenhaft arbeiten und eine akzeptable Kinderstube haben, um nicht nachts durch die Gegend zu schreien und Türen, die bei Betreten geschlossen waren, beim Verlassen wieder zu schließen.
Hallo,
ich arbeite für eine Verbrauchersendung und suche Betroffene von Biber Post Magdeburg. Wenn Sie Interesse haben, darüber zu reden und mir einige Fragen zu beantworten, melden Sie sich doch bei mir.
Ich würde mich sehr freuen, Ihnen helfen zu können und die Fehler der Biber Post aufzuklären.
Mit freundlichen Grüßen,
P.Schrader.
kann negative probleme mit der “biberpost” nur bestätigen – habe deshalb meinen eigenen abholauftrag gekündigt zu ende 01/12.
zustellungen außerhalb des zustellbezirkes 39… kamen nie an!
(aber dieses problem besteht erst seit einem jahr!). sicher ein problem mit den partnern – aber ich bin wieder umgestiegen auf “teuere Dienstleister” – da sicherer.